Gesundheitsversorgung im Ländlichen Raum

(zg) Sozialpolitisches Gespräch zum Thema „Gesundheitsversorgung im Ländlichen Raum“ bildete am Auftakt zur Klausurtagung des Arbeitskreis Soziales der grünen Landtagsfraktion im Wahlkreis der Abgeordneten Charlotte Schneidewind-Hartnagel.

Bild (mh): Das Bild zeigt von links nach rechts, Bürgermeisterin Sieglinde Pfahl, Heiligkreuzsteinach, Bundestagskandidatin Dr. Edith Wolber, Bürgermeister Heiner Rutsch, Lobbach, MdL Thomas Poreski, MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel, MdL Manfred Lucha, MdL Bärbl Mielich, Amtsleiter Dr. Rainer Schwertz, MdL Josef Frey, Anne-Kathrin Leukhardt aus dem Staatsministerium, Claudia Burger und Bezirksbeiratssprecher Dr. Christoph Kaltenmaier als Bezirksvertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg

Auf Einladung der Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden von Bündnis90/Die Grünen, Charlotte Schneidewind-Hartnagel, die auch Mitglied im Sozialausschuss des Landes ist, kam der Arbeitskreis Soziales der grünen Landtagsfraktion im Wahlkreis der Abgeordneten in der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach zur Klausur zusammen.

Bei einem Sozialpolitischen Gespräch trafen die Mitglieder mit Bürgermeisterin Sieglinde Pfahl aus Heiligkreuzsteinach und dem Lobbacher Bürgermeister Heiner Rutsch, Claudia Burger und Dr. med. Christoph Kaltenmaier als Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg  und dem Leiter des Gesundheitsamtes des Rhein-Neckar-Kreis, Dr. med. Rainer Schwertz zusammen, um sich über die Gesundheitsversorgung im Ländlichen Raum auszutauschen.  Im Rhein-Neckar-Kreis stellt sich die ärztliche Versorgung der Bevölkerung derzeit als gut und ausreichend dar.  Wie Schwertz feststellt lässt es sich hier lange und gut leben. Dennoch ist auch im Rhein-Neckar-Kreis ein Schwund bei den Landärzten zu verzeichne , so Schwertz weiter.

Um dem Landärztemangel zu begegnen hat die Mitgliederversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württembergs die Reform des Bereitschaftsdienstes beschlossen. Damit will man  jungen Ärztinnen und Ärzten die Entscheidung sich niederzulassen, leichter machen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der Wunsch nach mehr privater Zeit sei hier ein wichtiges Kriterium sich für oder gegen eine Praxis auf dem Land zu entscheiden. Entgrenzte Arbeitszeiten seien heute auch für niedergelassene  Mediziner nicht mehr tragbar, wie Dr. Christoph Kaltenmaier feststellt. Ebenso sei die Budgetabrechnung und die Angst vor Regress ein Hemmschuh. Die derzeitigen Rahmenbedingungen übernehmen keine Steuerfunktion und gehen an den Bedürfnissen der Patienten vorbei, wie Kaltenmaier aus eigener Erfahrung berichtet.

Die grüne Bundestagskandidatin für den Rhein-Neckar-Kreis Edith Wolber sieht die ärztliche Versorgung vor Ort gewährleistet nicht aber ausreichende Angebote für die Pflege von ällteren Menschen, die möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung leben wollen.

Die Vorsitzende des Sozialausschusses des Landes, Bärbl Mielich, stellt fest, dass der Demografische Wandel besonders auf dem Land spürbar ist und das durchschnittliche Lebensalter der Bevölkerung hier steigt. Mielich: „Wir müssen schauen, was vor Ort in den Quartieren gebraucht wird und die Basisversorgung  für die Bürgerinnen und Bürgern erhalten. Barrierefreie Ortschaften, die Menschen stärker zusammenführen und die Bürgergesellschaft stärken sind hier die Zukunftsaufgaben“.

Die Frauenpolitische Sprecherin Charlotte Schneidewind-Hartnagel: „Häusliche Pflege im privaten Bereich wird derzeit fast ausschließlich von Frauen geleistet. Diese unentgeltliche Familienpflege wird in Zukunft weniger werden. Wir müssen deshalb die Versorgungsstrukturen dem Bedarf in den Kommunen anpassen, mit dem Ausbau ambulanter Dienste, Tagespflegeangeboten und aufsuchender unterstützender Betreuung genauso wie veränderte Wohnangebote.“  Die Ausschussvorsitzende Bärbl Mielich merkt dazu an: “ Mehrgenerationenhäuser sind ein gutes Beispiel und werden bereits vielerorts erfolgreich umgesetzt. Die Landesregierung unterstützt sehr stark ehrenamtliche Initiativen zur bürgerschaftlichen Hilfe. Der Solidar- und Bürgergedanke wird mehr werden müssen.

Auch Arbeitskreisvorsitzender Manfred Lucha sieht einen neuen Generationenvertrag, Kinder werden nicht länger auf das Erbe der Eltern hoffen können, vielmehr muss die Gesellschaft überlegen was sie für sich ausgeben will, wie viel man im Alter einsetzen muss um versorgt zu sein. Die Infrastruktur wird sich ändern und die Angebote modifiziert werden.

Mit dem geplanten Regio-Praxis-Programm werde die Landesregierung  Praxismodelle mit Innovationsgedanke finanziell unterstützen. Ein Beispiel sei der Erhalt einer Praxis durch Einsatz wechselnder Ärzte. Dies sei gleichzeitig für die Ärzte durch Teilzeitarbeitsmodelle familienfreundlich und für den Bürger bleibt die Praxis im Ort und bietet ein multiprofessionelles Team, dem zusätzlich zu Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen auch weitere Angebote wie beispielsweise Physiotherapie für die Bürgerinnen und Bürger vorsehen kann, wie Kaltenmaier erklärt.

Manfred Lucha stellt für die Zunkunft in Aussicht, dass Gesundheitsleistungen immer mehr Teilhabeleistungen werden. Man muss vieles neu denken und Grenzübertretungen werde mit mutigen Leuten gemacht. „Wir wollen uns bewegen, das ist eine lebendige Gesellschaft“.

„Der ländliche Raum braucht andere Modelle als die Stadt und eine solidarische Gemeinschaft, die Verantwortung füreinander übernimmt. Dies ist eine Vision, die mir gefällt und an deren Umsetzung wir arbeiten“ so Schneidewind- Hartnagel abschliessend.

Quelle: Bündnis 90 / Die Grünen

Veröffentlicht am 19. April 2013, 16:00
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