Die AVR-Biovergärung: Aus Müll wird grüne Energie!

Montag, 7. März, 19 Uhr, Sporthalle Carl-Orff-Schule Sinsheim: Bürgerbeteiligung und Dialogveranstaltung zur geplanten Bioabfall-Vergärungsanlage von Rhein-Neckar-Kreis und AVR

(zg) Am Montag, dem 7. März um 19 Uhr lädt die AVR UmweltService GmbH die interessierten Bürgerinnen und Bürger aus Sinsheim und Umgebung herzlich zu einem Informationsabend ein. Thema der eigens anberaumten Bürgerbeteiligung und Dialogveranstaltung ist die geplante Bioabfall-Vergärungsanlage des Rhein-Neckar-Kreises und der AVR. Vorgestellt und von den entsprechenden Fachleuten vorort erläutert werden die aktuellen Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, der aktuelle Sachstand hinsichtlich Planung, Bau und Technik der Anlage, die energiewirtschaftlichen Aspekte der Bioabfallvergärung im allgemeinen sowie die Bedeutung des Vorhabens für den Rhein-Neckar-Kreis und die Stadt Sinsheim.

Im Rahmen der anschließenden Frage- und Gesprächsrunde stehen Peter Mülbaier (Geschäftsführer AVR UmweltService GmbH), der Sinsheimer Oberbürgermeister Jörg Albrecht, Thomas Heusel (Prokurist AVR UmweltService GmbH), Thomas Brümmer und Jochen Schütz (Prokuristen AVR Energie GmbH), Thiemo Westphal (Assistenz Geschäftsführung AVR UmweltService GmbH), Oliver Storz (Leiter Projektentwicklung Biomethan der MVV Energie AG), Andreas Uhler (Werkleiter Stadtwerke Sinsheim) sowie Vertreter des Regierungspräsidiums Karlsruhe zur Verfügung.

Anzeige SwopperDie AVR-Biovergärung: Aus Müll wird grüne Energie!

Früher war Müll einfach nur Müll. Heute sind Abfälle längst zu einer wichtigen Energiequelle geworden. Deutschland ist ein rohstoffarmes Land. Deshalb ist der Weg, Wertstoffe zu sammeln, stofflich zu verwerten und im Ergebnis mittels moderner technischer Verfahren aus Abfallstoffen „grüne Energien“ zu gewinnen, konsequent und zukunftsweisend. Bereits seit 2012 bietet die AVR den Bürgerinnen und Bürgern im Rhein-Neckar-Kreis die Möglichkeit, Biomüll (beispielsweise Speisereste und Grünabfälle) über die gebührenfreie BioEnergieTonne (braune Tonne) getrennt zu sammeln und darüber hinaus Grünschnitt gebührenfrei an den verschiedenen AVR-Anlagen abzugeben. Damit erfüllt die AVR-Gruppe bereits seit Jahren die nunmehr seit 1. Januar 2015 in Kraft getretenen, gesetzlichen Vorgaben.

Neue ökologische und ökonomische Potentiale

Die jährlich im Rhein-Neckar-Kreis gesammelten Mengen an Biomüll weisen seit Jahren rasante Steigerungsraten auf. Von rund 7.000 Tonnen im Jahr 2011 auf rund 47.000 Tonnen in 2015, Prognose weiter steigend auf bis zu 60.000 Tonnen in den kommenden Jahren. Diese Mengen sind der Ausgangspunkt für die Nutzung neuer ökologischer und ökonomischer Potentiale: der Biovergärung.

Auf Basis des Kreistagsbeschlusses vom 20. Oktober 2015 hat die AVR-Gruppe daher bereits eine neue Gesellschaft gegründet, eine Zweite befindet sich derzeit in der Gründungsphase. Mit diesem Schritt will man vorhandene Kompetenzen und spezifisches Know-how für die kommenden Aufgaben zielgerichtet bündeln. Die gesammelten Stoffströme sollen künftig in einer hochmodernen Anlage vergärt, getrocknet und anschließend von der AVR BioTerra GmbH & Co. KG als hochwertiger Kompost für die Landwirtschaft vermarktet werden. Im zweiten Schritt wird das durch den Vergärungsprozess erzeugte Rohgas von der AVR BioGas GmbH zu Bioerdgasqualität aufbereitet und anschließend in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist.

Vernetzte Konzeption erfüllt viele Kriterien

Die übergreifende Konzeption erfüllt eine Vielzahl relevanter Kriterien, von der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit über Synergieeffekte bis hin zur konsequenten Nutzung von Förderrichtlinien. Beispiel Nutzung von Förderrichtlinien: der Gesetzgeber fördert im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verstärkt Biogas aus der Abfallverwertung. Ein Umstand, dem mit den Produktionsabläufen in der neuen Vergärungsanlage vollauf Rechnung getragen wird. Beispiel Synergieeffekte: ein Teil der vorhandenen Abwärme des AVR-Biomasseheizkraftwerks wird künftig für die Trocknung des Reststoffes verwendet, womit ein weiterer Ressourcenkreislauf sinnvoll geschlossen wird. Im Bereich der Nachhaltigkeit ist die zukünftige Abfallverwertung nicht nur ein Meilenstein bei der konsequenten Umsetzung der regionalen Klimaschutzziele, sondern hat auch die Wirtschaftlichkeit fest im Blick. Neue Produkte wie hochwertiger Kompost, die Einspeisung des aufbereiteten Bioerdgases in das Gasnetz und dessen Nutzung für Blockheizkraftwerke lassen eine stabile Rentabilität erwarten.

Der Standort Sinsheim

Bei der Standortwahl für die geplante Biovergärungsanlage wurde besonders darauf geachtet, dass die komplette Infrastruktur bereits vorhanden ist und sowohl verkehrstechnische als auch sonstige eventuelle Belästigungen der Bürgerinnen und Bürger beim Bau oder dem späteren Betrieb auszuschließen sind. Das Gelände auf der Deponie Sinsheim, unweit des Biomasseheizkraftwerks Sinsheim, bietet dafür in jeder Hinsicht alle notwendigen Voraussetzungen. Für die AVR-Gruppe ist der neuerliche, partnerschaftliche Schulterschluss mit der Stadt Sinsheim zugleich ein klares Bekenntnis zum Unternehmenssitz und ein Zeichen der Verbundenheit zum Standort. Denn nach dem Willen der AVR soll auch die Stadt von den künftigen Aktivitäten der AVR BioTerra GmbH & Co. KG und der AVR BioGas GmbH mittel- und langfristig entsprechend profitieren. So ist beispielsweise eine direkte Beteiligung der Stadtwerke Sinsheim an der neuen AVR BioGas GmbH angedacht.

Die Zahlen und Fakten auf einen Blick

AVR Bioabfallvergärungsanlage:

Baubeginn: Mitte 2017 | Bauzeit: ca. 1 ½ Jahre

Investitionsvolumen: zwischen 25 Millionen und 28 Millionen Euro

Standort: Abschnitt 5 der Deponie Sinsheim, neben dem Biomasseheizkraftwerk

AVR BioGas GmbH

Unternehmen: AVR Energie GmbH: 51 Prozent, MVV Energie AG: 49 Prozent.
Leistungsprofil: Aufbereitung des durch den Vergärungsprozess erzeugten Rohgases auf Bioerdgasqualität und Einspeisung in das öffentliche Erdgasnetz.

AVR BioTerra GmbH & Co. KG

Unternehmen: 100-prozentige Tochter des Rhein-Neckar-Kreises.

Leistungsprofil: Vergärung des biogenen Abfalls und Vermarktung des hochwertigen Komposts aus dem Vergärungsprozess.

Quelle: AVR

Veröffentlicht am 29. Februar 2016, 07:15
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