Herausforderungen des Einzelhandels thematisiert

SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch gemeinsam mit Wahlkreis-Kandidat Jan-Peter Röderer in Sinsheim

Der Einzelhandel kämpft nicht erst seit Corona mit großen Herausforderungen, besonders im ländlichen Raum. Vielerorts sorgte die Verschiebung des Kaufverhaltens in Richtung Online-Angebote und das breite Angebot der sogenannten Vollsortimenter bereits für ein regelrechtes Aussterben der Innenstädte.

Auch die Nahversorgung auf dem Land wird immer dünner. Diese Situation hat sich aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie jetzt dramatisch verschärft. Die kleineren Geschäfte des Einzelhandels stehen aktuell mit dem Rücken zur Wand und bitten eindringlich um mehr Unterstützung und unbürokratische Hilfe.

Deshalb kam bereits vergangene Woche der Landes- und Fraktionsvorsitzende sowie Spitzendkandidat der SPD Andreas Stoch gemeinsam mit Wahlkreis-Kandidat Jan-Peter Röderer und einem Team des ZDF nach Sinsheim. Im Rahmen eines Rundgangs durch die Innenstadt mit Stadtverbandsvorsitzendem Michael Kaestel und Stadtführerin „Marie vun Sinse“ verschafften sich die beiden einen Eindruck von der aktuellen Situation in der Stadt. In Gesprächen mit Klaus Gaude, Inhaber der Buchhandlung Doll und Vorsitzender des AK Handel im Wirtschaftsforum Sinsheim und Christiane Risch-Kübler von der „Binderei“ wurde deutlich, dass die ersten Soforthilfen schnell und unbürokratisch flossen, es danach aber immer schleppender lief.

Aktuelle Situation sei nun teils tatsächlich dramatisch. Was der Handel am dringendsten benötige, sei eine Perspektive und ein Plan zur schrittweisen Öffnung. „Es muss endlich Licht am Ende des Tunnels sichtbar sein, damit Einzelhändler die stufenweise Öffnung auch planen können“ waren sich Stoch und Gaude einig. Die Ungewissheit sei neben dem ausbleibenden Umsatz am schlimmsten. Großes Unverständnis zeigten die beiden Geschäftsinhaber auch für das anfängliche Verbot der Landesregierung für das Click & Collect Angebot, ist es doch die einzige Möglichkeit den Verkauf zumindest ein wenig am Laufen zu halten.

Auch die vermeintliche Ungleichbetrachtung bei den Maßnahmen wurde bemängelt: „Die großen Supermärkte dürfen weiter Blumen, Haushaltswaren, Bücher usw. verkaufen, die kleinen Fachgeschäfte müssen jedoch geschlossen bleiben. Damit werden die Innenstädte weiter geschwächt!“, so Risch-Kübler. Hier hätte man differenzierter vorgehen und möglicherweise einzelne Ladenbereiche „sperren“ müssen, um den Einzelhandel und dessen Abholangebote zu stärken, ergänzte Röderer und versprach zugleich sich gemeinsam mit Stoch für eine weitere Unterstützung der besonders betroffenen Branchen einzusetzen, auch über die Pandemie hinaus.

Denn „die Folgen der Pandemie werden nicht mit dem Abklingen des Infektionsgeschehen ebenfalls beendet sein, sondern uns noch lange begleiten“, so Röderer.

Ein Gutes sollte man abschließend noch erwähnen: Die Einzelhändler können sich in Sinsheim auf große örtliche Solidarität verlassen – Bestellungen zur Abholung gehen regelmäßig ein, vorm Blumenladen stehen die Leute an diesem Freitagmorgen Schlange.

Veröffentlicht am 2. März 2021, 12:59
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