In Baden-Württemberg leben etwas mehr Frauen als Männer

Höchster Frauenanteil in Freiburg im Breisgau, geringster in Karlsruhe

Am 30. September 2017 hatte Baden-Württemberg erstmals mehr als 11 Millionen Einwohner. Zu diesem Stichtag lag die Zahl der Frauen im Südwesten um knapp 70 000 höher als die der Männer; der Frauenanteil an der Gesamtbevölkerung betrug damit 50,3 %, so das Statistische Landesamt.1

Für den höheren Anteil der Frauen an der Gesamtbevölkerung ist deren höhere Lebenserwartung entscheidend: Ein neugeborenes Mädchen kann heute in Baden-Württemberg auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 84 Jahren hoffen, bei den Jungen sind es im Schnitt immerhin 4,5 Jahre weniger. Allerdings hat sich die Lebenserwartung der Männer an die der Frauen in den letzten Jahrzehnten etwas angenähert – mit der Konsequenz, dass sich auch die Geschlechterproportion immer stärker angeglichen hat.

Obwohl die Männer zahlenmäßig unterrepräsentiert sind, ist dies dagegen nicht auf die langfristige Zuwanderung zurückzuführen: Seit 1975 sind aus dem Ausland oder aus dem übrigen Bundesgebiet praktisch gleich viele Frauen und Männer in den Südwesten gezogen, per Saldo jeweils rund 900 000.2

Allerdings ist das weibliche Geschlecht nicht in allen Altersklassen in der Mehrzahl: Bei den Kindern und Jugendlichen sowie im jüngeren und mittleren Erwachsenenalter dominieren in beinahe allen Altersjahren zahlenmäßig die Männer. Ursache für diese Dominanz in den jüngeren Jahren ist vor allem, dass regelmäßig mehr Jungen als Mädchen geboren werden: In Baden-Württemberg wie auch in Deutschland insgesamt stehen 1 000 Mädchengeburten immerhin rund 1 050 Geburten von Jungen gegenüber.

Ab der Altersgruppe der 58-Jährigen sind die Frauen ausnahmslos stärker vertreten, wobei diese zahlenmäßige Dominanz mit zunehmendem Alter immer ausgeprägter wird: Unter den 60- bis unter 80-jährigen Baden-Württembergern sind »nur« 53 % Frauen, bei den 80-Jährigen und Älteren dagegen bereits 62 % – und zwar nicht nur wegen ihrer höheren Lebenserwartung, sondern auch aufgrund der einschneidenden Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs, als erheblich mehr Männer als Frauen infolge des Krieges ums Leben kamen.

Innerhalb des Landes zeigen sich Unterschiede bei der Geschlechterproportion der Bevölkerung, die aber beim Vergleich der 44 Stadt- und Landkreise relativ moderat ausfallen. Anteilsmäßig am meisten Frauen gibt es in den Stadtkreisen Freiburg im Breisgau und Baden-Baden mit jeweils gut 52 %. Am geringsten ist der Frauenanteil im Stadtkreis Karlsruhe sowie im Hohenlohe- und im Alb-Donau-Kreis.

Deutlich größer ist die Spannweite bei den 1 101 Gemeinden des Landes. Den höchsten Frauenanteil mit 61 % gibt es derzeit in Untermarchtal (Alb-Donau-Kreis), den geringsten in den ebenfalls kleinen Gemeinden Bubsheim (Landkreis Tuttlingen) und Beuron (Landkreis Sigmaringen) mit jeweils 45 %.

1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werden alle Personen männlichen bzw. weiblichen Geschlechts vereinfacht als „Männer“ bzw. „Frauen“ bezeichnet.

2 In den letzten Jahren sind allerdings deutlich mehr Männer als Frauen nach Baden-Württemberg gekommen; dagegen war es vor allem in den 1990er-Jahren und im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends noch umgekehrt.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden Württemberg

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Veröffentlicht am 12. Juli 2018, 07:05
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