Lucas Röser fehlt gegen Zweibrücken / (K)ein Ziel vor Augen

Heute am Sonntag empfängt die U23 um 14 Uhr den SVN Zweibrücken. Es ist das letzte Heimspiel des Teams von Trainer Marco Wildersinn in diesem Jahr. Das Ziel ist klar: Nach sechs Spielen ohne dreifachen Punktgewinn soll endlich wieder ein Sieg her. Die TSG muss bei diesem Vorhaben allerdings auf ihren besten Torschützen verzichten: Lucas Röser fällt wegen seiner fünften Gelben Karte aus.

Sechs Mal hat es Lucas Röser in dieser Regionalliga-Saison bereits im gegnerischen Strafraum klingeln lassen. Was die Trefferquote betrifft, scheint eine Ausbeute von etwa 15 Toren bis zum Saisonende für den Angreifer im Bereich des Möglichen zu liegen. Aber auf solche Zielvorgaben lässt sich Röser gar nicht erst ein. Mit gutem Grund.

In seinem zweiten A-Junioren-Jahr schnürte der in Ludwigshafen am Rhein geborene Offensivmann für den FSV Mainz 05 in der U19-Bundesliga die Stiefel und hatte sich die 15er-Marke fest vorgenommen. Am 18. Spieltag, Mitte März, hatte er sie bereits geknackt, doch nur eine Woche später knackte es woanders: „Im Spiel gegen 1860 München hat mir mein Gegenspieler den Knöchel im Sprunggelenk gebrochen. Die Saison war für mich beendet.“ Die Verletzung kostete Röser die Torjägerkanone, weil es Unterhachings Bastian Fischer mit acht Spielen mehr auf 16 Einschüsse brachte. Aber das war das geringere Problem. Schlimmer war, dass die Blessur den Start in eine mögliche Profi-Karriere vermasselte. Zwar wurde der auslaufende Vertrag bei den Nullfünfern verlängert – obwohl auch der damalige U23-Chefcoach der TSG, Frank Kramer, Interesse am jungen Stürmer bekundet hatte – und in der Vorbereitungsphase stand Röser sogar im Kader des Mainzer Profi-Trainers Thomas Tuchel. „Das war aber ein Fehler“, weiß Röser heute. „Die Verletzung war nicht richtig verheilt und ich habe viel zu früh angefangen. Ich war nicht fit, die Laktatwerte waren entsprechend, das Ganze hat sich dann ewig hingezogen.“ Nach ein paar Testspielen ging es für Röser in der U23 weiter, wo es ein weiteres halbes Jahr dauerte, bis er endlich schmerzfrei spielen konnte.

Im Winter 2013/14 entschloss sich Röser, der sein Fachabitur in Mainz zu Ende brachte, es bei einem anderen Klub zu versuchen. „Die Situation war irgendwie festgefahren“, sagt der Stürmer, für den es nicht richtig vorwärts ging, weil Sturmkollege Petar Slišković am laufenden Band Tore erzielte – und doch nicht zu den Mainzer Profis hochgezogen wurde. Das Interesse in Hoffenheim war immer noch da, weshalb sich Röser im Januar 2014 der TSG anschloss. Für kurze Zeit zog er zurück ins Elternhaus nach Rheingönheim, seit Mai wohnt der 20-Jährige zusammen mit Freundin Julia in Rauenberg.

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Ein Trikot von Fernando Torres

„Da es tabellarisch nicht so gut lief, war es keine einfache Zeit mit einer langen Eingewöhnungsphase“, blickt er auf turbulente Wochen in Hoffenheim inklusive Trainerwechsel von Thomas Krücken zu Marco Wildersinn zurück. Immerhin reichte es noch für fünf „Buden“, und in der aktuellen Spielzeit ist der Knoten endgültig geplatzt. In Mannheim erzielte Röser den wichtigen 1:1-Ausgleich, gegen Freiburg provozierte er mit einer starken Aktion die spielentscheidende Notbremse und markierte den 2:1-Siegtreffer selbst. „Die Chemie in der Mannschaft stimmt und wir können mit allen Teams mithalten“, sagt Röser.

Zu Hause hat der Angreifer, der seine Fußballer-Laufbahn wie sein Vater und die beiden älteren Brüder Peter und Martin bei Arminia 03 Ludwigshafen begann, ein Trikot von Fernando­ Torres liegen, dem Stürmer, dem er zu dessen Glanzzeit nacheiferte. „Ich habe es von André Schürrle bekommen“, erklärt Röser. Der Nationalspieler ist wie Lucas‘ Bruder Martin Jahrgang 1990, die beiden sind beste Freunde, besuchen sich gegenseitig in London und Offenbach, wo Martin bei den Kickers spielt. Lucas Röser, der einst wie Schürrle vom Ludwigshafener SC nach Mainz gewechselt war, kriegt es also hautnah mit, wie sich Fußballruhm anfühlt und macht keinen Hehl daraus, diesen Erfolg ebenfalls anzustreben. Seit dem 1. Oktober belegt er dennoch ein Sportmanagement-Fernstudium an der IST-Hochschule in Düsseldorf. „Ich setze alles auf die Karte Fußball“, stellt er klar. „Aber etwas für den Kopf zu machen, kann nicht schaden.“ Sein Vertrag in Hoffenheim läuft noch bis 2016. „Bis dahin will ich einfach gut spielen und auffallen.“ Und wenn es am Saisonende dann doch 15 Tore sein sollten – umso besser.

Quelle: TSG 1899 Hoffenheim


Weitere Berichte Über die TSG 1899 Hoffenheim  in unserer Rubrik: TSG 1899 Hoffenheim

Veröffentlicht am 30. November 2014, 08:27
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