Nachhaltigkeit als Leitprinzip

Jürgen Kretz zieht für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in die Bundestagswahl

(zg) Die GRÜNEN im Wahlkreis Rhein-Neckar haben sich für die Bundestagswahl aufgestellt. Jürgen Kretz aus Wiesloch und die Eppelheimer Landesbehindertenbeauftragte Stephanie Aeffner boten am Freitag im St. Leon-Roter Harres einen starken Auftritt. „Mein Gerechtigkeitssinn ist mein politischer Motor“, sagte die Sozialpädagogin und machte deutlich, wie wichtig für die Bewältigung der fundamentalen Krisen der gesellschaftliche Zusammenhalt ist.

Für Jürgen Kretz ist der Begriff Nachhaltigkeit ein Leitprinzip, an dem sich alle politischen Ebenen und Politikfelder ausrichten müssen.

Nach den Vorstellungen und einer ausgiebigen Fragerunde konnte der 38-jährige Politikwissenschaftler die Wahl mit 69 Prozent klar für sich entscheiden. Jürgen Kretz ist in Wiesloch aufgewachsen und war zwei Jahre Kreisrat im Rhein-Neckar-Kreis. Bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist er seit 2009 in Bundesarbeitsgemeinschaften und Landesarbeitsgemeinschaften aktiv. Sein Schwerpunkt ist die globale Entwicklung, als Referent im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war er erst im Juli von einem Auslandsposten im Kongo zurückgekehrt. Er will für alle Wähler*innen ansprechbar sein und die Vernetzung zwischen den Gemeinden und Ortsverbänden fördern.

Das Thema Nachhaltigkeit als Richtschnur GRÜNER Politik stellt Jürgen Kretz an den Anfang seiner Bewerbungsrede. Dabei müssten die drei Säulen Soziales, Ökologie und Wirtschaft immer zusammen gedacht und jede politische Entscheidung systematisch an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtet werden.

„Ich setze mich ein für eine Welt, in der Umwelt- und Sozialstandards in globalen Lieferketten nicht mehr missachtet werden“, sagt er und nennt als Beispiele die Textilfabrik Rana Plaza, die vor sieben Jahren in Bangladesch eingestürzt war, und Bergwerke im Kongo, wo die Rohstoffe für unsere Handys und Elektroautos gefördert werden. Er habe diese Orte und katastrophale Arbeitsbedingungen mit eigenen Augen gesehen.

Einsetzen will er sich auch für eine Welt, in der wir die Natur nicht weiter zerstören, hier bei uns und weltweit. „Denkt an Brasilien, wo genau jetzt in diesem Moment Urwaldflächen brennen“, mahnt er. Es dürfe nicht sein, dass dort durch das Mercosur-Handelsabkommen unsinnigerweise noch mehr Soja auf gerodetem Urwald für die Tiermast hier in der EU angebaut wird. Er fordert, dass alle Handelsabkommen verbindliche Sozial- und Umweltstandards enthalten und darin die öffentliche Daseinsvorsorge sowie benachteiligte Gruppen geschützt werden müssen.

„Ich setze mich ein für eine Welt, in der wir es schaffen, die Erderwärmung tatsächlich auf 2 Grad oder besser noch auf 1,5 Grad zu begrenzen“, verspricht er. Dafür müssten wir unser Reduktionsziel von 55 Prozent bis 2030 auf 65 Prozent hochsetzen. Er fordert, den Kohleausstieg von 2038 auf 2030 vorziehen und den Stromverbrauch bis 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken.

„Der Klimawandel ist die zentrale Herausforderung unserer Zeit, für die wir jetzt alle Hebel umlegen müssen, um dieses Jahrzehnt bis 2030 noch zum Umsteuern zu nutzen.“

Heute redeten auch alle anderen Parteien vom Klimawandel, dennoch werde nicht genug dagegen getan. „Wir GRÜNE haben hier die umfassendsten Konzepte und setzen sie tatsächlich um.“

Einsetzen will er sich auch für eine gerechtere Welt, angefangen bei sozialer Gerechtigkeit über Geschlechtergerechtigkeit, Teilhabegerechtigkeit, Gerechtigkeit zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden sowie Klimagerechtigkeit. Auch sei es ihm ein Anliegen, die weltoffene, demokratische Gesellschaft Deutschlands zu bewahren und mitzugestalten.

„Gemeinsam mit euch werde ich im Wahlkampf vor Ort auf den Straßen und Plätzen unterwegs sein, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und sie für unsere Themen zu begeistern“, verspricht er.

Jürgen Kretz hat Politikwissenschaften und Interkulturelle Kommunikation studiert und beruflich wie ehrenamtlich vielfältige politische Erfahrungen im In- und Ausland gesammelt. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag, Referent im Entwicklungsministerium, zuständig für Bangladesch und für nachhaltige Lieferketten und Leiter des Arbeitsbereichs Entwicklungszusammenarbeit an der deutschen Botschaft Kinshasa im Kongo.

Stephanie Aeffner stellt in ihrer Bewerbungsrede fest: Corona hat ein Schlaglicht auf soziale Ungerechtigkeiten geworfen und gezeigt, dass es nicht reicht zu applaudieren. Vielmehr müssten Bereiche wie Pflege und Daseinsvorsorge einen anderen Stellenwert erhalten. Die 44-Jährige, die die erste persönlich Betroffene im Amt der baden-württembergischen Landes-Behindertenbeauftragten ist, betont, dass Fortschritte bei Teilhabe und Inklusion der gesamten Gesellschaft zugutekommen. An den GRÜNEN gefällt ihr besonders, dass sie nicht nur stellvertretend für Menschen sprechen, sondern dass ihre Politik es Menschen ermöglicht, sich selbst einzubringen und ihre Stimme zu erheben.

Quelle: Jörg Fürstenberger

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Veröffentlicht am 4. August 2020, 01:46
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