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Studie zur Wasserstoff-Infrastruktur vorgestellt

1. April 2013 | Das Neueste, Politik

„Wasserstoff kann als Kraftstoff in Brennstoffzellen-Fahrzeugen eine hervorragende Ergänzung zu batteriebetriebenen Antrieben darstellen und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Entwicklung der nachhaltigen Mobilität leisten“, sagte der Amtschef des Umweltministeriums, Ministerialdirektor Helmfried Meinel, in Stuttgart bei der Vorstellung der Studie „Wasserstoff-Infrastruktur für eine nachhaltige Mobilität – Entwicklungsstand und Forschungsbedarf“. Die Studie zeigt den Handlungsbedarf zum Aufbau einer flächendeckenden Wasserstoff-Infrastruktur auf. Nach den jüngsten Ankündigungen großer Automobilhersteller, in wenigen Jahren fünf- bis sechsstellige Stückzahlen an Brennstoffzellenfahrzeugen für den weltweiten Markt zu fertigen, wird der parallele Aufbau einer Infrastruktur erforderlich. Aktuell sind deutschlandweit 15 Wasserstoff-Tankstellen öffentlich zugänglich oder im Bau – davon fünf in Baden-Württemberg. Bis zum Jahr 2015 sollen mindestens 35 weitere Tankstellen hinzukommen.

Der Vorteil von Brennstoffzellen-Fahrzeugen, die ebenfalls von einem Elektromotor angetrieben werden und damit zu den Elektrofahrzeugen zählen, liege in deren großer Reichweite von mehreren Hundert Kilometern und deren schneller Betankung innerhalb von nur drei Minuten, erläuterte Helmfried Meinel. „Wasserstoffmobilität ermöglicht bei Erzeugung aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel durch Elektrolyse, eine emissionsfreie und komfortable Mobilität“, betonte der Amtschef des Umweltministeriums weiter. Mit den Fahrzeugen alleine sei es aber nicht getan. „Wir brauchen auch die passende Infrastruktur hierfür in Deutschland und in Baden-Württemberg. Denn was nützt das emissionsärmste Fahrzeug, wenn es weit und breit keine Tankstelle hierfür gibt?“, verdeutlichte Helmfried Meinel die aktuelle Herausforderung. Die Landesregierung fördere daher mit einem Innovationsprogramm den erforderlichen Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur mit vier Millionen Euro.

Franz Loogen, Geschäftsführer der e-mobil BW GmbH, betonte die große Bedeutung eines zeitnahen Aufbaus der Infrastruktur: „Der Ausbau der Tankstellen muss zeitlich passend zum Hochlauf der Fahrzeugflotten verlaufen. Mit einer deutlichen Marktdurchdringung von Wasserstoff im Mobilitätssektor ist ab dem Jahr 2025 zu rechnen. Bis zu diesem Zeitpunkt muss ein leistungsfähiges Tankstellennetz in Baden-Württemberg verfügbar sein.“

Bereits im Jahr 2020/21 würden etwa 70 bis 100 Tankstellen allein in Baden-Württemberg benötigt. „Eine wesentliche Erkenntnis der Studie ist die Feststellung, dass eine Standardisierung den Aufbau einer Wasserstoff-Tankstellen-infrastruktur erleichtert“, sagte Loogen weiter. Aufgrund des Demonstrationscharakters der bisher errichteten Tankstellen unterschieden sich diese deutlich in Ausführung und Technologie. Eine Standardisierung der Tankstellen verspreche wesentliche Verbesserungen im Bereich der Kosten, Genehmigungsverfahren, Wartung oder Zuverlässigkeit und sei daher die wichtigste technische Handlungsempfehlung, so Loogen.

Weitere Informationen

Zur Studie „Wasserstoff-Infrastruktur als Voraussetzung für eine nachhaltige Mobilität – Entwicklungsstand und Forschungsbedarf“
Die vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft erstellte Studie erscheint im Rahmen der Studienreihe der Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie Baden-Württemberg e-mobil BW GmbH und wird von den Ministerien für Finanzen und Wirtschaft sowie Verkehr und Infrastruktur mit herausgegeben.
Die komplette Studie ist auf der Internetseite der e-mobil BW GmbH sowie des Umweltministeriums kostenfrei als Download verfügbar: www.e-mobilbw.de oder www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/102635/Wasserstoff-Infrastruktur_nachhaltige_Mobilitaet.pdf.

Zum Innovationsprogramm Wasserstoffinfrastruktur Baden-Württemberg

Mit dem Innovationsprogramm will die Landesregierung die Wasserstoffinfrastruktur in Baden-Württemberg in Form von Wasserstofftankstellen für Brennstoffzellenfahrzeuge sowie Anlagen zur Herstellung und Speicherung von regenerativem Wasserstoff aktiv voranbringen. Ziel der Förderung ist die Weiterentwicklung der Technologie hin zur Marktreife und der Aufbau einer grundlegenden Wasserstoffinfrastruktur im Land. Für das Innovationsprogramm stehen bis 2015 insgesamt vier Millionen Euro des Landes zur Verfügung.

Gefördert werden Einzelprojekte sowie Verbundvorhaben im Bereich der nutzer- und anwendungsorientierten, insbesondere industriellen Forschung und experimentellen Entwicklung sowie Umweltschutzinvestitionen in innovative Anlagen, die dem systematischen Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in Baden-Württemberg dienen. Die Vorhaben müssen sich in das Gesamtkonzept des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) des Bundes einfügen.
Weitergehende Informationen zum Einreichen von Anträgen sowie die erforderlichen Antragsformulare unter www.ptka.kit.edu/bwp/index.php

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

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