Tiefengeothermie für die Thermen & Badewelt Sinsheim: Erster Bürger-Infomarkt informiert über geplantes Projekt
Die Thermen & Badewelt Sinsheim hat am 16. Juli 2026 erstmals zu einem Bürger-Infomarkt über das geplante Tiefengeothermie-Projekt eingeladen. Zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über das Vorhaben, die Grundlagen der Geothermie sowie die nächsten Planungsschritte zu informieren.
Die Veranstaltung fand in der Dr.-Sieber-Halle statt und bot den Besucherinnen und Besuchern trotz der noch frühen Projektphase umfassende Einblicke in die geplanten Maßnahmen. An verschiedenen Themeninseln standen Informationsmaterialien bereit, außerdem konnten die Gäste direkt mit den Verantwortlichen ins Gespräch kommen und ihre Fragen stellen.
„Mit Tiefengeothermie investieren wir in die Zukunft der Thermen & Badewelt. Unser Ziel ist es, unseren Gästen auch in den kommenden Jahrzehnten ein außergewöhnliches Wellbeing-Erlebnis zu ermöglichen und gleichzeitig unseren Energiebedarf möglichst unabhängig und nachhaltig zu decken“, erklärte Heiko Wollmann, Chief Technology Officer. Besonders wichtig sei ihm der kontinuierliche Austausch mit der Bevölkerung: „Mit der heutigen Informationsveranstaltung konnten sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aus erster Hand informieren und ihre Fragen an uns richten. Dieser Dialog soll auch im weiteren Projektverlauf fortgeführt werden.“
Die Öffentlichkeit soll auch künftig frühzeitig über den aktuellen Stand der Planungen sowie über weitere Projektschritte informiert werden.
Nachhaltige Wärmeversorgung als langfristiges Ziel
Thermen gehören aufgrund ihres hohen Energiebedarfs zu den Einrichtungen, die besonders stark von steigenden Energie- und Wärmekosten betroffen sind. Deshalb gewinnen unabhängige und nachhaltige Energiequellen zunehmend an Bedeutung.
Mit der Nutzung von lokal verfügbarer Erdwärme möchte sich die Thermen & Badewelt Sinsheim langfristig unabhängiger von fossilen Energieträgern, internationalen Energiemärkten sowie schwankenden Preisen und Versorgungslagen machen. Dadurch soll eine klimafreundlichere und verlässliche Wärmeversorgung geschaffen werden.
Auch die Stadt Sinsheim könnte von den gewonnenen geologischen Erkenntnissen profitieren. Diese könnten perspektivisch für weitere Bereiche wie die kommunale Wärmeversorgung oder die Trinkwasserversorgung von Bedeutung sein.
Funktionsweise der Tiefengeothermie
Bei der Tiefengeothermie wird natürlich vorkommende Erdwärme aus mehreren hundert bis mehreren tausend Metern Tiefe genutzt, um Gebäude und Einrichtungen nachhaltig mit Wärme zu versorgen. Die Technologie wird bereits seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt und gilt als zuverlässige und klimafreundliche Energiequelle.
Auch in Baden-Württemberg nutzen bereits verschiedene Thermen die Erdwärme. Ein bekanntes Beispiel ist die Therme Erding in Bayern, die seit 1999 mit geothermischer Wärme versorgt wird.
Nächste Schritte im Projekt
Das Geothermie-Projekt befindet sich derzeit noch in einer frühen Planungsphase. Als nächster Schritt soll beim Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau eine sogenannte Aufsuchungserlaubnis für seismische Untersuchungen beantragt werden.
Mithilfe spezieller Seismik-Fahrzeuge sollen geophysikalische Messungen durchgeführt werden, um ein dreidimensionales Bild des Untergrunds zu erstellen. Auf Grundlage dieser Daten sollen mögliche Standorte geprüft und die technische sowie wirtschaftliche Machbarkeit einer Geothermieanlage bewertet werden.
Bildnachweis: Thermen & Badewelt Sinsheim






