Tourismus in Baden-Württemberg: Bilanz der Wintersaison 2020/21

60,6 % weniger Übernachtungen als im Vorjahr

Die Tourismus-Wintersaison 2020/21 in Baden-Württemberg schließt laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes mit 1,5 Millionen (Mill.) Ankünften und 6,6 Mill. Übernachtungen ab – das entspricht einem Minus von 77,7 % bzw. 60,6 % gegenüber den Ergebnissen der bereits zum Teil durch die Corona-Pandemie beeinträchtigten Wintersaison 2019/20. Das touristische Winterhalbjahr reicht definitionsgemäß jeweils von November bis April. Infolge des Lockdowns in den Monaten März und April 2020 waren die Gästezahlen in der Wintersaison 2019/2020 um 27,1 %, die der Übernachtungen um 24,6 % rückläufig gewesen.

Aufgrund von Corona konnten die Beherbergungsbetriebe Baden-Württembergs wie bereits 2019/2020 auch in der Wintersaison 2020/21 nicht an die positive Entwicklung der Winterhalbjahre der vergangenen Jahrzehnte anknüpfen und verzeichneten ein Rekordminus: Die Gästezahl sank im Winterhalbjahr 2020/21 insgesamt um nochmals knapp 5,2 Mill. Die für die Branche entscheidende Zahl der Übernachtungen verringerte sich gegenüber dem Vorjahreswinter um rund 10,2 Mill. Vergleicht man diese Werte mit den Ergebnissen der letzten Wintersaison »vor Corona« 2018/19, dann ist bei den Ankünften ein Minus von 83,8 % und bei den Übernachtungen ein Minus von 70,3 % zu konstatieren.

Kaum noch ausländische Gäste

Im Winter 2018/19 kamen 78,6 % der über 9 Mill. Gäste aus Deutschland, im Winter 2019/2020 waren es bereits 79,5 % und im Winter 2020/21 91,2 %. Damit ist der seit 2008/09 stabile Wachstumstrend bei den Ankünften aus dem Ausland mit einem Allzeit-Tief vorerst unterbrochen. In der abgelaufenen Wintersaison 2020/21 kamen nur rund 130 000 Gäste aus dem Ausland (8,8 %) und buchten knapp 650 000 Übernachtungen (9,7 %). Seit Jahren nimmt beim Wintertourismus im Land traditionell die Schweiz in der Rangfolge der ausländischen Herkunftsländer den Spitzenplatz ein – nicht jedoch in dieser Wintersaison: Platz eins besetzte stattdessen Polen mit rund 100 000 Übernachtungen und einem Anteil von 15,8 % an allen von Gästen aus dem Ausland gebuchten Übernachtungen. Die Schweiz hingegen rangierte mit einem massiven Minus von 95,3 %, rund 33 000 Übernachtungen und einem Anteil von 5,1 % an allen von Gästen aus dem Ausland gebuchten Übernachtungen gegenüber der Vorjahressaison bei den Übernachtungen auf Platz 5.

In der Wintersaison 2020/21 konzentrierte sich das Tourismusgeschehen in Baden-Württemberg anteilig vor allem auf die Reisegebiete Nördliches Baden-Württemberg (19,8 % Marktanteil an allen Übernachtungen), Region Stuttgart (17,1 %), Südlicher Schwarzwald (15,1 %) und Nördlicher Schwarzwald (12,6 %). Die insgesamt neun Reisegebiete des Landes zeigten ein durchgängiges Defizit gegenüber dem Vorjahresergebnis:

  • der Hegau (−27,3 %)
  • die Schwäbische Alb (−53,4 %)
  • das Württembergische Allgäu-Oberschaben (−56,9 %)
  • das Nördliche Baden-Württemberg (−58,2 %)
  • der Nördliche Schwarzwald (−60,0 %)
  • der Mittlere Schwarzwald (−61,7 %)
  • das Gebiet Bodensee (−63,3 %)
  • die Region Stuttgart (−64,8 %)
  • der Südliche Schwarzwald (−65,1 %)

Weitere Informationen

Hinweis zur aktuellen Situation

Angesichts der globalen Ausbreitung des Coronavirus wurden in Baden-Württemberg Mitte März 2020 zunächst unter anderem Messen, Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen und Freizeitangebote eingeschränkt oder ganz abgesagt. Hinzu kamen weltweit Reisewarnungen für Touristen sowie Grenzschließungen. Mit Inkrafttreten der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg zum 17. März 2020 wurde der Betrieb von Beherbergungsbetrieben, Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen für touristische Zwecke im Land vorübergehend untersagt. Eine Beherbergung durfte ab diesem Stichtag lediglich noch ausnahmsweise zu geschäftlichen, dienstlichen oder in besonderen Härtefällen zu privaten Zwecken erfolgen. Bereits im Verlauf des März und verstärkt dann im April und im Mai 2020 waren deshalb zahlreiche Betriebe geschlossen – im April 2020 auf dem ersten Höhepunkt der Krise ca. 45 %. Ab 18. Mai 2020 durften zunächst Ferienwohnungen und Campingplätze wieder für den touristischen Betrieb geöffnet werden. Ab 29. Mai 2020 folgten alle weiteren Beherbergungsbetriebe. Die anschließende über die Sommermonate und bis in den Herbst reichende Erholungsphase des Landestourismus fand Anfang November 2020 im Zug der zweiten Welle mit erneutem Lockdown und landesweiten Beherbergungsverboten ein vorläufiges Ende. Übernachtungsangebote waren zunächst bis Jahresende 2020 und dann bis auf Weiteres nur mehr zu geschäftlichen, dienstlichen oder – in besonderen Härtefällen – zu privaten Zwecken zur erlaubt. Nach dem Auslaufen der anschließenden dritten Welle sind die Inzidenzen in Baden-Württemberg derzeit stark rückläufig. Touristische Beherbergungen sind seit Mitte Mai 2021 wieder möglich, wenn die 7-Tage-Inzidenz in einem Stadt- oder Landkreis an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt. Gäste ohne Genesenen- oder Impfnachweis müssen alle 3 Tage einen negativen Coronatest vorlegen.

Ausführliche Ergebnisse enthält der in KW 24/2021 erscheinende Statistische Bericht »Tourismus Baden-Württembergs im April 2021«.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden Württemberg

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Veröffentlicht am 18. Juni 2021, 11:23
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