Umweltschonender fahren mit Hochleistungs-Motoröl?

Das Motoröl erfüllt in Verbrennungsmotoren zahlreiche Aufgaben. Einer der wichtigsten ist das Schmieren mechanischer und beweglicher Bauteile, deren Reibung deutlich reduziert wird. Das reduziert erheblich den Verschleiß der Bauteile. Weitere, wichtige Aufgaben sind Reinigung, Kühlung, Schutz vor Korrosion und eine Abdichtung der Brennräume. In der heutigen Zeit werden die Ansprüche an gutes Motoröl immer größer – vor allem in Bezug auf Umweltschutz. Im Folgenden stellen wir einige Trends vor und vergleichen Hochleistungs-Motoröl mit herkömmlich Motoröl.

Motorenöl Trends 

  1. Motoröl wird immer dünner

Der Trend geht hin zu immer „dünneren“ Ölen. Grundsätzlich läuft jeder Motor, der ein Leichtlauf-Motorenöl verwendet, somit reibungsärmer und sparsamer. Doch je dünner das Öl, desto schwieriger ist es, einen hydrodynamischen und stabilen Ölfilm aufzubauen, der den mechanischen Kontakt zwischen beweglichen Teilen weitgehend verhindert und deren Kontaktflächen vor Verschleiß schützt. Dabei ist die HTHS-Viskosität des Motorenöls entscheidend. „High Temperature and High Shear“ steht für dynamische Viskosität, die unter dem Einfluss hoher Scherkräfte bei 150 Grad gemessen wird. Durch die Reduzierung der Viskosität von HTHS kann die Verlustleistung durch Reduzierung einer inneren Reibung des Öls reduziert und somit Kraftstoff gespart werden.

  1. Reduktion der Emissionen

Mit der aktuellen Abgasnorm haben sich die Grenzwerte für den CO2 Ausstoß von Fahrzeugen drastisch verändert. Für neuzugelassene Pkws hat das EU-Parlament ab 2021 eine Grenze von maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer beschlossen. Moderne Motorenöle verbessern den Gesamtwirkungsgrad des Motors und tragen dadurch zur Emissionsreduzierung bei, denn heutige Motoröle sind frei von Chlor und Schwermetallen. Diese lassen sich problemlos recyceln

  1. Motoröle für Hybrid-Fahrzeuge

Hybrid-Fahrzeuge sind in den letzten Jahren auf dem Vormarsch und aktuell für viele Fahrende eine praktikablere Alternative zu E-Autos.In diesen Motorenkonzepten wurden zunächst auch klassische Motorenöle verwendet, heute empfehlen Experten allerdings die Verwendung von Spezialölen für Hybrid-Fahrzeuge. Hybridmotoren bewegen sich meist in einem relativ engen Drehzahlbereich und werden gleichmäßig belastet, daher werden hier oft Öle der Klassen SAE 0W-8 bis 0W-20 eingesetzt. Mit Hilfe der Batterien kann das Öl so erwärmt werden, dass der Motor nicht aus dem Kalten starten muss. Langzeittestergebnisse mit diesen Hybridfahrzeug-Motorölen fehlen allerdings noch. Daher wird dringend empfohlen, das Motoröl regelmäßig zu überprüfen, um das beste Ölwechselintervall zu bestimmen.

Hochleistungs- und gewöhnliches Motoröl – Wo liegt der Unterschied?

Bei Hochleistungs-Motorölen (auch Racing-Öl oder Tuning-Öl genannt) handelt es sich in den allermeisten Fällen um reines Synthetik-Öl, während gewöhnliches Motoröl oft aus Mineralöl besteht, welches durch Raffinierung gewonnen wird. Bei Mineralölen gibt es für den Hersteller nur die Möglichkeit, unerwünschte Bestandteile aus dem Öl zu filtern und durch aufwendige Verfahren zu entfernen. Dabei wird aber nicht die gleiche Reinheit eines Synthetik-Öls erreicht, bei dem Hersteller die Molekülketten des Öls künstlich zusammensetzen.

„Man kann also sagen, dass Synthetiköl reiner ist als Mineralöl.“

Für Verbrennungsmotoren sorgt dieser Umstand für erhebliche Unterschiede:

  • Hochleistungs-Motoröl versorgt beim Kaltstart den Verbrennungsmotor schneller, da es auch im niedrigen Temperaturbereich ein gutes Fließverhalten besitzt.
  • Hochleistungs-Motoröl ist temperaturstabiler und verdünnt auch bei hohen Temperaturen im Verbrennungsmotor nicht weiter und schmutzt somit den Verbrennungsmotor vor Verschleiß.
  • Verbrennungsmotor bleibt sauberer aufgrund niedrigerer Rückstände von synthetischen Ölen.
  • Hochleistungs-Motoröl besitzt eine höhere Lebensdauer, da die Wirkung der Additive (Zusatzstoffe) im Mineralöl sich mit zunehmender Betriebszeit verschlechtern.

Für wen ist Hochleistungs-Motoröl geeignet?

Primär wurde Hochleistungs-Motoröl für Rennsport, Tuning und neuere Motoren entwickelt.

Für den Durchschnittsfahrer sind Hochleistungs-Motoröle nicht zu empfehlen. Diese speziellen synthetischen Öle sind bei den meisten Anbietern grundsätzlich dünnflüssiger als gewöhnliches Motoröl. Für ältere Motoren kann sich dies als Nachteil herausstellen und schlimmstenfalls zu Lagerschäden führen. Wird dann auch permanent im unteren Drehzahlbereich gefahren, kommt es vermehrt zu Blow-By-Gasen, einem Mix aus Abgasen, Öl, Wasser und nicht verbrannten Kraftstoffen.

Veröffentlicht am 27. Dezember 2021, 16:53
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