Wertholzsubmission in Sinsheim ist in vollem Gange

Führung für Interessierte am 25. März

Wer die Tage im Sinsheimer Stadtwald beim Parkplatz „Fröschgrund“ im Bereich des Trimm-Dich-Pfads unterwegs ist, kann dort eine Reihe ganz besonderer Rundhölzer bestaunen. Dort lagern aktuell die wertvollsten Laubhölzer aus dem Rhein-Neckar-Kreis, dem Stadtgebiet Heidelberg und dem angrenzenden Neckar-Odenwald-Kreis. Sie warten darauf, im Rahmen der diesjährigen Eichen- und Buntlaubholz Submission Bruchsal „beboten“ zu werden.

Federführend organisiert wird die Submission von der Holzverkaufsstelle des Landkreises Karlsruhe. Neben dem Platz in Sinsheim gehören zwei weitere Plätze in Karlsruhe und Bruchsal dazu.

Für den Sinsheimer Submissionsplatz ist Stadtförster Rüdiger Keller der Ansprechpartner vor Ort. Er bereitet den Platz vor, organisiert und koordiniert die Anfahrt und das Abladen der Hölzer, außerdem räumt er nach Abschluss der Submission wieder auf, informiert das Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises und beschreibt den Ablauf der Submission:

Die Vorbereitungen fangen damit an, dass die benötigten Flächen im „Fröschgrund“ um die Unterlagshölzer freigemäht werden. Die Unterlagshölzer befinden sich das ganze Jahr am traditionellen Wertholzplatz. Sie dienen als Unterlage und werden parallel zum Weg angeordnet, sodass die wertvollen Stämme nicht direkt auf dem Boden liegen und die Holzinteressenten die Stämme von allen Seiten begutachten können. Im nächsten Schritt melden sich Holzfuhrunternehmen bei Platzwart Keller an und bringen die Werthölzer aus den verschiedenen Wäldern der Region zum Platz. Hier gilt es für ihn, die Übersicht zu bewahren, damit die Stämme den jeweiligen Waldbesitzern zugeordnet werden können.

Liegen nun alle angemeldeten Stämme auf dem Platz, prüfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Holzverkaufsstelle Rhein-Neckar-Kreis ihre Qualität. Hier werden die Stämme ein letztes Mal „sauber“ geschnitten, wenn sie beispielsweise auf der sogenannten „Stirnfläche“ vom Transport verschmutzt sind oder kleinere Risse aufweisen.

Danach erfolgen die Holzvermessung und die Datenerhebung. Aus der Länge und dem Durchmesser wird die Masse eines Baumstammes errechnet. Beispielsweise hat ein Stamm mit einer Länge von 5 Metern und einem Durchmesser von 70 cm eine Masse von etwa 2 Festmetern. Diese Einheit ist für die Holzeinkäufer maßgebend, da sie ihre Gebote immer pro Festmeter abgeben. In diesem Jahr liegen im „Fröschgrund“ insgesamt etwa 650 Festmeter. Davon kommen rund 420 Festmeter aus dem Rhein-Neckar-Kreis, 100 Festmeter aus dem Stadtwald Heidelberg, 60 Festmeter aus dem Neckar-Odenwald-Kreis und rund 70 Festmeter aus dem Staatswald von ForstBW, welcher sich ebenfalls an der Submission beteiligt.

Ab sofort haben die Holzkäuferinnen und -käufer Zeit, die Stämme auf dem Platz zu begutachten und ihre schriftlichen Angebote einzureichen. Zum Stichtag werden dann alle dem Landratsamt Karlsruhe vorliegenden Gebote gesichtet und die Stämme an den jeweiligen Höchstbietenden verkauft. Dieser ist auch für die Abfuhr seines frisch erworbenen Holzes verantwortlich.

Die Eiche ist mit ihrer eher rustikalen und etwas dunkleren Optik nach wie vor besonders in Mode, wobei auch Baumarten wie Walnuss, Esskastanie und Ahorn beliebte Hölzer sind. Momentan ist die Nachfrage nach Laubhölzern mit hochwertiger Qualität so groß wie schon lange nicht mehr, sodass sie durch das Angebot nicht gedeckt werden kann.

Stadtförster Keller und die Holzvermarktungsorganisationen sind daher gespannt auf die Ergebnisse der diesjährigen „Eichen- und Buntlaubholz Submission Bruchsal“.

Veröffentlicht am 9. März 2022, 12:00
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