Bleiben Sie informiert  /  Mittwoch, 06. Mai 2026

Informationen von Hier

Termine, Adressen, Vereine,
Lokalpolitik, Berichte und
Wirtschaftsinformationen

Direkt zur Redaktion

[email protected]

Wege aus der Verunsicherung suchen

21. Mai 2020 | Das Neueste, Religionen

(zg) Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat in einem Brief an alle Pfarrämter die Kirchengemeinden dazu aufgefordert, zu „Kristallisationspunkten“ zu werden, um sich der Frage zu stellen, wohin die Gesellschaft sich entwickeln solle und mit den Menschen nach Wegen aus der Verunsicherung zu suchen.

Gemeinden sollten Möglichkeiten eröffnen, sich der Frage zu stellen: „Wohin wollen wir – in unserem Umgang miteinander, mit der Natur, mit den fernen Nächsten?“, so der Landesbischof. „Digital oder leibhaftig – mit dem nötigen Abstand, im nachbarschaftlichen Gespräch, beim Anruf durch den Besuchsdienst, auf dem Nachhauseweg nach der Predigt, in neuen kreativen Formaten.“

Er habe selbst einige Briefe von verunsicherten Menschen in den letzten Tagen erhalten. „Manche dieser Briefe schimpfen, dass Kirche sich einspannen lässt von den bösen Mächten. Andere lese ich aber auch als Versuch, Kontakt aufzunehmen und spüre die Hoffnung, dass der Glaube Wege aus der Enge und der Angst eröffnet. Ich wünsche mir, dass wir als Mitarbeitende im Verkündigungsdienst, wo es möglich ist, mit diesen Menschen ins Gespräch kommen. Weil wir uns nicht von ihrer Fixierung anstecken lassen, Identität durch Abgrenzung zu gewinnen, sondern uns trauen, mit Christus auf sie zuzugehen und mit ihnen nach Wegen aus der Verunsicherung und nach Versöhnung zu suchen.“

Zugleich müsse man allerdings deutlich bleiben, wo rote Linien überschritten würden, so der Bischof. „Da wo Menschen verachtet werden, wo Hass gegen Personen des öffentlichen Lebens geschürt und zuweilen gar Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung akzeptiert wird, da wo Rassismus befördert wird!“

Die Demonstrationen der letzten Woche hätten gezeigt, wie fließend die Übergänge in den Rechtsextremismus und in eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit seien, wie schnell auch gerade der Antisemitismus wieder hervorgeholt und jüdische Menschen zur Projektionsfläche für alles Fremde, Andere, Böse würden. „Solchen Entwicklungen müssen wir als christliche Kirche, aber auch als einzelne Gläubige deutlich und klar und offensiv widerstehen!“

Gottvertrauen mache frei davon, die Welt in Gute und Böse einteilen zu müssen, so Cornelius-Bundschuh. „In der Kraft des Geistes leben wir auf dieser Erde mit all ihren Ambivalenzen, auch in unserer Gemeinschaft, auch in uns. Wir sind in Konflikten handlungsfähig, weil Christus mit uns geht und uns versöhnt hat, mit Gott, miteinander, gerade auch mit denen, die uns fremd sind.“

Quelle: Alexandra Weber

Anzeige Swopper

 Sinsheim – Veranstaltungen / Gewerbe

Werbung

Hier könnte Ihr Link stehen

Themen

Zeitreise

Archiv

Hier könnte Ihr Link stehen

Sinsheim Veranstaltungen

Das könnte Sie auch interessieren…

Radeln für ein gutes Klima

Sinsheim startet wieder beim STADTRADELN 2026 – 21 Tage fürs Klima Ab dem 14. Juni 2026 beteiligt sich Sinsheim erneut am bundesweiten Wettbewerb STADTRADELN, der bis zum 4. Juli läuft. Ziel dessen ist es, innerhalb von 21 Tagen möglichst viele Alltagswege...

Informationsabend für werdende Eltern mit Kreißsaalführung

Informationsabend für werdende Eltern mit Kreißsaalführung in Sinsheim Die GRN-Klinik Sinsheim lädt werdende Eltern erneut zu einem Informationsabend rund um Schwangerschaft und Geburt ein. Der nächste Termin findet am Montag, 11. Mai 2026, um 17:00 Uhr im Casino...

36-Jähriger nach Drogenfund bei Durchsuchung in Untersuchungshaft

Ein 36-jähriger Mann aus Hoffenheim sitzt nach einer Wohnungsdurchsuchung wegen des Verdachts auf Drogenhandel in Untersuchungshaft. Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Strafanzeige im Juli 2025. Darin wurde angegeben, dass der Mann trotz Bezugs von Bürgergeld...