Schutzstreifen-Modellprojekt auf der L 530 zwischen Spechbach und Epfenbach – Den Radverkehr sichtbar und sicher machen

Ab dem 11. September 2020 wird das Fahrradfahren auf der Landesstraße (L) 530 zwischen Spechbach und Epfenbach sichtbarer: In Form von weißen, gestrichelten Linien. Die sogenannten Schutzstreifen entstehen im Rahmen von Modellprojekten der Arbeitsgemeinschaft fahrrad- und fußgängerfreundlicher Kommunen (AGFK-BW) und des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg. Der Rhein-Neckar-Kreis ist dabei und testet, ob diese neuartigen Schutzstreifen das Fahrradfahren sicherer und angenehmer machen.

Unfallstelle Epfenbach Spechbach

Die Strecke machte in der Vergangenheit wegen Rad/Auto-Kollisionen mehrfach Schlagzeilen. Archivfoto: Julian Buchner

Im Rhein-Neckar-Kreis wird auf der L 530 zwischen Spechbach und Epfenbach ein neuer Schutzstreifen für Radfahrende markiert. „In Kooperation mit der AGFK-BW wollen wir testen, ob diese neue Art Schutzstreifen das Radfahren sicherer macht – und mehr Menschen aufs Rad bringt“, sagt der stellvertretende Leiter des Straßenverkehrsamts im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Axel Brandenburger. Aber was genau ist neu? Derzeit werden im Zuge der „Modellprojekte Schutzstreifen“ in verschiedenen Kommunen und Landkreisen in ganz Baden-Württemberg zwei Arten von Schutzstreifen markiert, die so bislang nicht zulässig waren. Das soll sich nun zugunsten des Radverkehrs zumindest testweise ändern.

 

Der neue Schutzstreifen außerorts

Der Rhein-Neckar-Kreis markiert die neue Variante „Schutzstreifen außerorts“. Bisher waren solche Lösungen nicht zulässig. In den letzten Jahren haben sich Pedelecs und E-Bikes, mit denen man komfortabel auch weitere Strecken zurücklegen kann, als feste Größe im Straßenverkehr etabliert. Dadurch werden auch Landstraßen zunehmend interessant für den Radverkehr. Die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojektes übernehmen das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro brenner Bernard sowie das Planungsbüro VIA. Dabei wird untersucht, ob Schutzstreifen auf solchen Strecken einen Sicherheitsgewinn für Radfahrende darstellen und zu einer tatsächlichen Verbesserung der Verkehrssituation führen. In beiden Fahrtrichtungen werden Verkehrsschilder errichtet, die alle Verkehrsteilnehmer auf das Modellprojekt hinweisen.

 

Warum überhaupt Schutzstreifen und was ist das?

„Schutzstreifen machen den Radverkehr für die Autofahrer sichtbar: Radfahrende tauchen nicht plötzlich auf, sondern werden durchgehend auf einer eigenen Spur im Verkehr mitgeführt“, so Brandenburger. Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) sieht verschiedene Möglichkeiten vor, Fahrradfahrenden eine eigene Spur zu geben. „Eine davon ist dieser sogenannte Schutzstreifen. Er ist durch eine gestrichelte Linie von der Fahrbahn des motorisierten Verkehrs getrennt und durch ein Fahrrad-Piktogramm gekennzeichnet. Der Schutzstreifen darf vom motorisierten Verkehr nur ausnahmsweise überfahren werden, zum Beispiel bei Begegnungsverkehr mit einem großen Fahrzeug“, erläutert der stellvertretende Amtsleiter abschließend.

 

Risse und Unebenheiten im Asphalt werden saniert

„Auch das Straßenbauamt im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis war in dieses Projekt eingebunden“, erläutert Amtsleiter Matthias Fuchs und sagt weiter: „Im Vorgriff auf die Markierung des Radfahrschutzstreifens im Rahmen des Modellprojekts des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg und der AGFK-BW hat das Land Mittel zur Ertüchtigung des Fahrbahnzustandes bereitgestellt.“ Um Risse und Unebenheiten im Asphaltbelag zu sanieren, wird das Straßenbauamt eine sogenannte Oberflächenbehandlung aufbringen. „Hierzu wird flächig Bitumen auf die Fahrbahnoberfläche aufgesprüht und mit Splitt abgestreut“, so der Leiter des Straßenbauamtes. Die beiden Materialien verbinden sich und „versiegeln“ die bestehende Fahrbahn. Anschließend muss der überschüssige Splitt mehrere Male abgekehrt werden. Während dieser Zeit von fünf bis sieben Tagen wird die Geschwindigkeit dort auf 30 km/h reduziert. Gleichzeitig wird im weiteren Streckenverlauf der L 530 zwischen Helmstadt und Epfenbach ein Teilstück von 200 Meter in gleicher Art und Weise saniert. Die Arbeiten sind für den 3. und 4. September 2020 eingeplant und werden unter laufendem Verkehr durchgeführt. Am 10. und 11. September 2020 soll dann das Modellprojekt „Schutzstreifen außerorts“ umgesetzt werden. Hierzu muss die L 530 zwischen Epfenbach und Spechbach voll gesperrt werden. Der Verkehr wird über die Kreisstraße (K) 4180 und die K 4279 umgeleitet. Allerdings sind beide Maßnahmen witterungsbedingt, das heißt es kann nur bei trockener Witterung gearbeitet werden. Die Kosten von rund 60.000 Euro trägt das Land. Die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer werden um Verständnis für die Verkehrsbeschränkungen und um angepasste Fahrweise gebeten.

 

Weiterführende Informationen zum Schutzstreifen-Modellprojekt: https://www.agfk-bw.de/projekte/modellprojekt-schutzstreifen-2019-2021/

Veröffentlicht am 5. September 2020, 17:49
Kurz-URL: https://www.sinsheim-lokal.de/?p=166748 

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