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Mindeststandards im Hochschulgesetz und Sonderprogramm „Digitalisierung“ dringend notwendig

10. Juli 2018 | Das Neueste, FDP, Photo Gallery

(zg) Der Walldorfer FDP-Bundestagsabgeordnete und Bildungspolitiker Dr. Jens Brandenburg besuchte die DHBW Mannheim für einen Austausch zur Zukunft des Dualen Studiums. Mit dem Rektor Prof. Dr. Georg Nagler und dem Prorektor Prof. Dr. Föhrenbach sprach er über Herausforderungen und zukünftige Entwicklungschancen der Hochschule.

Die Duale Hochschule Mannheim ist mit rund 6.300 Studierenden in den Bereichen Wirtschaft und Technik der zweitgrößte Standort der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. In Kooperation mit knapp 2.000 Partnerunternehmen wie der Porsche AG, SAP oder IBM Deutschland verbindet das Duale Studium eine wissenschaftliche Ausbildung mit unternehmerischer Praxis.

Bei einem Besuch am Standort Eppelheim konnte Brandenburg bereits im Frühjahr den Elektro-Rennwagen des Teams CURE in seiner Entwicklungsphase besichtigen. Dieser wurde im Rahmen des Konstruktionswettbewerbs „Formula Student“ von rund 80 Studierenden der DHBW selbst konstruiert. Nun konnte ihm Föhrenbach berichten, dass der Rennwagen erfolgreich und funktionsfähig fertiggestellt wurde.

Rektor Nagler betonte die Vorteile der DHBW Mannheim: eine große Praxisnähe in erfolgreichen Unternehmen der Region und kleine Seminare führten zu einer überdurchschnittlich hohen Motivation bei den Studierenden. Die Kooperation helfe auch den Unternehmen, die viele gut ausgebildete Studierende langfristig als Mitarbeiter gewinnen. Zudem werde jeder Euro, der in die DHBW investiert wird, mehrfach durch unternehmensseitige Investitionen in die Studierenden vervielfacht.

Inzwischen erreiche die Hochschule jedoch die vom Land vorgegebene Kapazitätsgrenze: „Zum ersten Mal seit 40 Jahren mussten wir Studenten im Bereich Wirtschaftsinformatik und Technische Informatik ablehnen. Wir dürfen nicht mehr als 415 Kurse anbieten“, äußerte sich Nagler. Auch finanziell sieht er Herausforderungen. Die DHBW könne sich aktuell nur einen Anteil von 40% hauptamtlichen Professen leisten. Von den Mittel aus dem Hochschulpakt sei nicht viel zu spüren gewesen. „Wo ist das Geld denn hingeflossen? Bei uns ist nur ein kleiner Bruchteil angekommen“, berichtete Föhrenbach dem Abgeordneten. In den aktuellen Gesprächen zur Verlängerung des Hochschulpakts des Bundes möchte sich Brandenburg für eine Stärkung des Dualen Studiums und für eine überprüfbare Weitergabe der Mittel einsetzen, versicherte der Bildungspolitiker.

Beide Rektoren forderten zudem Investitionen in ein Sonderprogramm „Digitalisierung“. Die zusätzlichen Mittel seien notwendig, um die ständig voranschreitende Digitalisierung des Arbeitsmarktes auch in den Studieninhalte vermitteln zu können. Fächer wie „Datensicherheit“ und „Database Marketing & Data Mining“, aber auch ganze Studiengänge wie der neue Studiengang „Cybersecurity“ erforderten zusätzlich geschulte Lehrkräfte.

Brandenburg sprach auch die Einführung von Mindeststandards für das Duale Studium im Hochschulgesetz aus, was von beiden Rektoren begrüßt wurde: „Wir sollten die Marke ‚Duales Studium‘ an Qualitätsmerkmale knüpfen und so stärken. Nicht überall, wo ‚Duales Studium‘ draufsteht, ist bisher wirklich ‚Duales Studium‘ drin.“, beklagte er. Die DHBW hob er als bundesweites Vorzeigemodell hervor.

Zum Abschluss berichteten Nagler und Föhrenbach von zukünftigen Neuerungen in den Studiengängen. Ab August sei ein Duales Vorbereitungsstudium „DuVo“ geplant, das Studienanfänger vor allem auf das Fach Mathematik vorbereiten soll. Die DHBW möchte das Angebot auf weitere Fächer, wie Statistik und Physik erweitern. Auch entwickle man neue Studienmodelle im Gesundheitsbereich und in Zusammenarbeit mit der IHK, die Ausbildung und Studium miteinander verbinden könnten. Brandenburg begrüßte die Idee und betonte die Chancen einer engen Verzahnung von beruflicher und akademischer Bildung.

Quelle: Julia Klein

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