Ich kann nicht abnehmen, was soll ich tun?

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Die Badesaison rückt mit großen Schritten näher und das bringt viele ins Schwitzen – nicht wegen der sommerlichen Temperaturen, sondern wegen der Bikinifigur. Vom Winter sind noch eine Fettpolster geblieben und verschwinden wollen sie nicht so richtig, trotz großer Bemühungen. Abnehmen ohne Diät und Abnehmen ohne Sport ist genauso möglich wie Abnehmen mit einem strikten Ernährungsplan. Wenn das nicht klappt dann wird es Zeit, sich auf die Fehlersuche zu begeben. 

Gesund abnehmen: Das sollten Sie beachten

Der Weg zur Wunschfigur ist oft ein sehr steiniger. Umso größer das Übergewicht, desto größer ist auch die Herausforderung. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten das Gewichtsproblem anzupacken, nicht alle sind jedoch für ein gesundes und langfristiges Abnehmen ohne Jo-Jo-Effekt geeignet.

Radikaldiäten, Hungern und Extremsport sind keine gesunden Wege, um Gewicht zu verlieren. Sie sorgen zwar dafür, dass innerhalb kürzester Zeit das Gewicht sinkt. Doch in den meisten Fällen geht hier eher Wasser und Muskelmasse verloren und die Kilos kehren noch schneller zurück, als sie verschwunden sind. 

Um gesund abzunehmen bedarf es Zeit, Geduld und Disziplin. Wer langfristig seine Wunschfigur erhalten möchte, muss die Ursachen für das Übergewicht herausfinden und daran arbeiten. Wichtig ist es, ein Kaloriendefizit von max. 500 kcal pro Tag nicht zu überschreiten – alles andere kann dem Körper und dem Stoffwechsel auf Dauer schaden. Ob das Defizit durch Sport oder einen gesünderen Speiseplan erreicht wird, bleibt jedem selbst überlassen. Gesund abnehmen bedeutet auch, den Lebensstil zu verändern hin zu einem bewussten Umgang mit sich selbst und seinem Körper. Wer nach dem Erreichen des Ziels nämlich wieder in alte Gewohnheiten verfällt, wird nicht lange Freude mit der neuen Figur haben und schon bald wieder zunehmen.

Ich nehme nicht ab: Die 6 häufigsten Gründe, warum es nicht klappt

Wenn die Kilos trotz Sport und gesunder Ernährung nicht verschwinden wollen, dann sorgt das nicht nur für Frust, sondern auch für Ratlosigkeit. Schließlich befolgt man scheinbar alle goldenen Regeln des Abnehmens. Doch der Teufel verbirgt sich im Detail und oft verhindert die ein oder andere Blockade, dass das Gewicht sinkt. 

Grund Nr. 1: Sie kennen Ihren Kalorienverbrauch nicht

Wie bei so vielen anderen Dingen auch nutzen die Menschen auch auf der Suche nach Abnehmtipps das Internet. Schnell stolpern sie über die Zahl 2500 als durchschnittlichen Kalorienverbrauch und orientieren sich bei ihrer Ernährungsumstellung daran. Umso größer ist die Verwunderung dann, wenn die Kilos gar nicht oder nur sehr langsam schwinden. 

Das liegt daran, dass der Kalorienverbrauch für jeden Menschen unterschiedlich ist und von Faktoren wie dem Alter, Geschlecht, beruflicher Tätigkeit und körperlicher Aktivität abhängt. Um abzunehmen, darf man sich nicht an einem Durchschnittswert orientieren, sondern muss den eigenen Kalorienverbrauch bestimmen. Nur wer diesen Wert kennt, kann optimal das erforderliche Kaloriendefizit z.B. durch Kalorienzählen erreichen.

Grund Nr. 2: Sie essen unregelmäßig

Beim Abnehmen und auch beim Halten des Gewichts sind strukturierte Essgewohnheiten wichtig. Das bedeutet, dass geregelte Mahlzeiten ebenso wichtig sind wie gesunde Mahlzeiten. Dadurch werden starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels verhindert, was sich positiv auf das Hungergefühl und auch auf den Fettstoffwechsel auswirkt. Unregelmäßige Mahlzeiten und dass gelegentliche Weglassen von Mahlzeiten hingegen verursacht Heißhungerattacken und kann dem Körper signalisieren, Fettreserven für “schlechte Zeiten” anlegen zu müssen. 

Grund Nr. 3: Sie leiden unter Stress

In der heutigen Zeit gibt es kaum mehr einen erwachsenen Menschen, der nicht regelmäßig von Stress, Sorgen und Ängsten geplagt ist. Dieser Dauerstress beeinflusst die Stoffwechselprozesse im Körper und verursacht Blockaden, die das Abnehmen verhindern. Stresshormone erhöhen die Blutfettwerte, hemmen die Wirkung von Insulin und setzen Glucose frei. Dadurch wird der Fettstoffwechsel beeinträchtigt und der überschüssige Zucker im Blut wird mit der Zeit zu Fettdepots. Außerdem wirkt Stress negativ auf die Verdauung und greift in die Steuerung von Hunger und Sättigung ein. Das kann zu unkontrollierbarem Heißhunger führen. 

Stress beeinflusst außerdem das Schlafverhalten und es kommt zu einem Schlafmangel. Bei ausreichend erholsamem Schlaf ist die Stoffwechselaktivität erhöht und die Fettverbrennung läuft auf Hochtouren. Schläft man hingegen regelmäßig schlecht oder zu wenig, hält sich das Übergewicht hartnäckig.

Grund Nr. 4: Sie leiden unter einer hormonellen Störung

Die Hormone sind eines der wichtigsten Steuerungselemente des menschlichen Körpers. Es gibt unzählige Hormondrüsen, die verschiedene Hormone mit unterschiedlicher Funktion produzieren. Ein hormonelles Ungleichgewicht tritt recht häufig auf und kann das Abnehmen erschweren.

So führt z.B. ein Östrogenmangel dazu, dass sich die Fettverteilung verändert und Fett vorrangig im Bauchbereich entsteht. Außerdem verändert sich durch die hormonelle Veränderung das Hunger- und Sättigungsgefühl. 

Auch eine Schilddrüsenstörung löst ein hormonelles Problem aus, dass den Gewichtsverlust verhindert. Speziell eine Schilddrüsenunterfunktion reduziert u.a. den Grundumsatz des Körpers und führt so bei vielen Betroffenen zu einer Gewichtszunahme.

Grund Nr. 5: Sie übersehen versteckte Kalorien

Eine Ernährungsumstellung und das Nachzählen der Kalorien ist gerade für Unerfahrene oftmals eine große Hürde. Es gibt einiges zu beachten und vor allem versteckte Kalorien werden schnell übersehen. Ob es nun der morgendliche Kaffee mit Milch und Zucker ist, der Fruchtsaft oder das vermeintlich gesündere, zuckerreduzierte Müsli – auch hier verstecken sich Kalorien, die sich summieren und so das Abnehmen erschweren.

Gleiches gilt für sogenannte Light-Produkte. Diese sind oftmals zucker- oder fettreduziert und um das geschmacklich auszugleichen, wird bei zuckerarmen Produkten oft eine Fettkomponente und bei fettarmen Produkten eine Zuckerkomponente hinzugefügt. So entsteht eine Mogelpackung, die insgesamt keinen nennenswerten Kalorienunterschied zeigt.

Grund Nr. 6: Sie orientieren sich nur an der Waage

Für die meisten Menschen, die abnehmen wollen, ist die Waage der Goldstandard. Die Zahl ist für sie der wichtigste Orientierungspunkt, um den Abnehmerfolg zu messen – doch das ist ein oftmals ein Trugschluss. Viel wichtiger ist nämlich der Blick in den Spiegel und ein Maßband.

Die Waage gibt nur Aufschluss über das reine Körpergewicht. Je nach Körpergröße und Zusammensetzung aus Fett und Muskeln können 80 kg bei jedem Menschen völlig unterschiedlich aussehen. Vor allem wer viel Kraftsport betreibt, kann viel Gewicht auf die Waage bringen, aber dennoch athletisch aussehen, denn Muskeln sind schwerer als Fett. Besser ist es, mit einem Maßband den Umfang nachzumessen und zusätzlich mit Vorher-Nachher-Bildern den Gewichtsverlust zu verfolgen.

Fazit

Wenn die überschüssigen Kilos trotz Ernährungsumstellung und Sport einfach nicht verschwinden wollen, dann lohnt es sich genauer hinzuschauen. Oftmals werden versteckte Kalorien übersehen, die die Energiezufuhr im Stillen erhöhen. Auch Stress oder ein hormonelles Ungleichgewicht verhindern das Abnehmen und können das Übergewicht sogar begünstigen. Ebenfalls Vorsicht geboten ist bei Lebensmitteln, die als gesund vermarktet werden. 

Um langfristig gesund abzunehmen, ist eine Anpassung des Lebensstils mit einer ausgewogenen Ernährung und Bewegung notwendig. So muss auch kein Jo-Jo-Effekt befürchtet werden.

Veröffentlicht am 24. Juni 2022, 14:07
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